Unsere Theatergruppe ist eine Abteilung des Sportvereins Villenbach und wurde 1984 auf Initiative einiger schauspielbegeisterten Jugendlichen in dieser Form aus der Taufe gehoben. Die Spielzeit war immer um Weihnachten und zur Aufführung kamen vorzüglich lustige 3-Akter, wie z.B. unser erstes Stück "Pizza a 'la Schrapfing". Zwischendurch gaben wir auch auf Hochzeiten unser Bestes.

Als Spielort stand uns der Keller des Sportheimes zur Verfügung. Daher stammt auch unser Name "Kellerbühne". Die Bretter die die Welt bedeuten hatten gerade eine Größe von knapp 20m². Ein direkt angrenzender Duschraum wurde zum Garderobenraum umfunktioniert. Der Zuschauer erhielt von Anfang an eine abgestufte Sitztribüne, auf der max. 165 Personen Platz fanden. Das alljährliche Theaterspiel machte viel Spaß und schuf eine enge Gemeinschaft. Eine begeisterte Zuhörerschaft und viel Szenenapplaus ließen jedesmal den Probenstreß und die Klimmzüge beim Kulissenaufbau vergessen, so daß jedes Jahr ein neues Stück zur Aufführung kam.

Eine Neuorientierung des Theaters wurde 1994 eingeläutet. Angespornt durch die 800 Jahrfeier unseres Ortes entschieden sich die Aktiven für ein Freilichtspiel mit ortsgeschichtlichem Hintergrund. Das Theaterstück hieß "Ritter Kunz". Das bereits 1927 von einem Villenbacher Lehrer geschriebene Schauspiel wurde von Spielleiter Bernhard Lernhard überarbeitet und teilweise neu geschrieben.
Mit ca. 50 Mitwirkenden verdreifachte sich die Darstellerzahl und ein gigantisches Bühnenbild mit Burgkulisse wurde aufgebaut. Ein idealer Freilicht - Theatersommer, gepaart mit spielerischen Glanzleistungen, führten zu einem außerordentlich großen Erfolg in dieser Spielsaison.

Im Jahr 1995 wurde zusammen mit Kindern ein Klassiker, "Der Rattenfänger von Hameln" eingeübt und beim Villenbacher Feuerwehrfest als auch im Schloßgraben in Wertingen während der WERTA aufgeführt.

Mit 1996 stand wieder ein großes Spieljahr vor der Tür. Es kam das Stück "Die Schwarze Pest - im 30-jährigen Krieg" aus der Feder von Bernhard Lernhard zur Aufführung. Dem hervorragenden Einsatz von Spielern und Helfern ist es zu verdanken, daß dieses Spiel mit über 100 Mitwirkenden und 17 Pferden zu einer gelungenen Inszenierung wurde. Lobenswert war auch die Bereitschaft vieler älterer Dorfbewohner, sich an der Bittprozession (mit 40 Personen) zu beteiligen. Aufgrund der schlechten Wetterverhältnisse mußten allerdings zwei von sechs geplanten Aufführungen ausfallen.

Nachdem 1997 eine schöpferische Pause eingelegt wurde, spielte man im Sommer 1998 den "Bayerischen Hiasl". Dieses Schauspiel um den "Fürsten der Wälder" fand äußerst großen Anklang. Erstmals kam ein Theaterchor mit ca. 30 Sängerinnen und Sängern zum Einsatz. Der dramatische Inhalt des Stückes wurde begleitet von Wildererzusammenkünften, Bauernaufständen und spektakulären Reiterszenen. Bei nahezu perfektem Wetter konnten wir in diesem Jahr an 7 Vorstellungen fast 3500 Gäste begrüßen.

Im Theatersommer 2000 stand wieder ein aufwendiges Historienspiel auf dem Programm. Unser Stück "Pulverdampf und Liebe", geschrieben von Bernhard Lernhard spielte in der Zeit der französischen Revolution. Plündernde jakobinische Truppen zogen durch die Dörfer, erstürmten Pfarrhöfe, requirierten Lebensmittel und drangsalierten die Dorfbevölkerung. Trotz allem entwickelt sich zwischen der Villenbacher Bürgermeisterstochter Maria und dem französischen Soldaten Jean Depart eine Liebesbeziehung, welche letzendlich dafür sorgt, dass sich die beiden Seiten wieder versöhnen.

Leider schlug das Wetter zu der Zeit unserer geplanten Vorstellungen wilde Kapriolen. So konnten von acht geplanten Vorstellungen nur fünf gespielt werden.
Die durchwegs positive Resonanz auf unsere Inszenierung ließ uns die Ausfälle und dadurch entstandene Einbußen nahezu vergessen.
Wir bedanken uns bei unserem Publikum für die euphorische Begeisterung.

Mit "Das Wirtshaus im Spessart" im Jahr 2002 erfüllte Bernhard Lernhard seiner Truppe den Wunsch einmal "etwas Lustiges" ins Programm zu nehmen.
Nach vier Stücken deren Handlung in der Heimat spielte, hat die Theatergruppe diesmal den Spessart auf ihre Bühne geholt und diese dazu mit immensem Aufwand umgebaut.
Die Besucher sahen die Geschichte von Wilhelm Hauff in der Fassung von Bernd Udarik, der daraus eine musikalische Komödie gemacht hat.
Zu einem komödiantischen Meisterstück haben Regie und Spieler den Rollentausch werden lassen, einer der Höhepunkte der zweieinhalb Stunden dauernden Aufführung. Die Handwerksgesellen Felix und Frank "verwandeln" sich in Prinzessin Christiane und Kammerzofe Felicitas, und die jungen Frauen wiederum schlüpfen in Rolle und Kleider der beiden Männer.
Dieser Tausch und vor allem die sich daraus ergebenden Irritationen sorgten für Heiterkeit beim Publikum, das während der ganzen Aufführung immer wieder Beifall spendete.

Einem "Kampf gegen die Windmühlen" glich das Theaterprojekt im Jahr 2004: Don Quixote - Der Mann von La Mancha.
Die Umsetzung des Drehbuches von Dale Wassermann forderte von den Helfern und Akteuren der Laien-Freilichtbühne Höchstleistungen. Unzählige, freiwillig geleistete Stunden von Bühnenbauern waren nötig, um die Plattform für die imposante Inszenierung zu schaffen. Sowohl die musikalische Vorbereitung als auch die schauspielerischen Anforderungen waren enorm. Don Quixotes Leitspruch "Nur wer das Unmögliche versucht wird das Unfassbare vollbringen" beflügelte uns immer wieder während der Vorbereitungen und ließ uns am Ende einen großen Erfolg feiern

Die "Drei Musketiere" - ein Theaterstück, wie geschaffen für unsere Bühne. Im Theatersommer 2006 inszenierten wir - zusammen mit Spielleiter Leonhard Saule - dieses bekannte Mantel-und-Degen-Spiel.
Die rasante und witzige Handlung sorgte ebenso für Begeisterung, wie die farbenprächtige Kostümvielfalt. Erstmals setzten wir bewegliche Kulissen ein, die von kreativen Bühnenmalern eindrucksvoll gestaltet wurden. Alle Mitwirkenden, ob Spieler, Chorsänger, Statisten oder Helfer vor und hinter der Bühne, waren mit Feuereifer dabei und lebten das Motto "Einer für alle - Alle für Einen". Das Wetter war uns in diesem Jahr sehr gewogen und so sorgte der Bekanntheitsgrad dieses Stückes - und nicht zuletzt der Freilichtbühne Villenbach - dafür, dass wir nahezu einen Besucherrekord feiern konnten.

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